Manfred Bils, Am Klausengarten 17, 67823 Obermoschel
Tel.: 06362994689
Dieter Bauer, Im Altenberg 25, 55606 Heimweiler
Tel.: 016091801426
Jürgen Bartz, Siegfriedstr.22, 56729 Ettringen
Tel.: 0265176895
Bernd Krieger, Bachweg 4, 55743 Idar-Oberstein
Tel.: 0678133407
Peter Hoefer, Im Lehpfad, 15, 56220 Urmitz
Auf der Jahreshauptversammlung des Landesverbandes Rheinland-Nassau im Frühjahr 1967 wurde entschieden im Landesverband eine Herdbuchabteilung zu gründen. Nach einer Anlaufzeit von ca. zwei Jahren fand am 21. September 1968 die Gründungsversammlung in Koblenz statt. Die erste Körung wurde am 26. Oktober 1969 durchgeführt. Die Bemühungen weitere Herdbuchzüchter zu gewinnen, verliefen zunächst zäh. Man brauchte bis 1973, um dem Herdbuch im LV Rheinland-Nassau neue Impulse zu geben.
Früher mussten Herdbuchzüchter entweder Grundbesitz (Eigentum) nachweisen oder langjährige Pachtverträge für Wiesen, Felder oder gleichwertige Flächen vorlegen. Diese Regelung stellte sicher, dass die Züchter über ausreichende Ressourcen zur Versorgung ihrer Tiere verfügten. Heutzutage sind solche Anforderungen jedoch nicht mehr üblich.
In den "Richtlinien für das Herdbuch für Normalhaar-, Haarstruktur-, Kurzhaarrassen und Fuchskaninchen sowie für Angora-Herdbuchzucht in den Landesverbänden des ZDRK“ heißt es: „Die Mitglieder der Herdbuch- und Leistungsabteilungen haben die vorrangige Aufgabe, erbfeste Tiere zu züchten, die zur Verbesserung der Landeszuchten beitragen können. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse und die praktischen Erfahrungen sollen bei der Zucht und Haltung angewandt werden.“
Genau genommen trifft dies natürlich auch auf andere Züchter innerhalb des ZDRK zu. Die Herdbuchzüchter gehen allerdings noch ein Stück weiter. Neben den Anforderungen, die im Standard beschrieben sind, wird in der Herdbuchzucht besonderer Wert auf Leistung gelegt. „Der Herdbuch- bzw. Leistungszüchter ist verpflichtet, nur Tiere bester Qualität, Fruchtbarkeit, Säugeleistung, Aufzuchtleistung, Vererbung, Futterverwertung und Konstitution an die Landeszuchten oder andere Züchter abzugeben.“
Die Einrichtungen zur Unterbringung und Versorgung der Tiere müssen vorbildlich sein. Die gesamte Zuchtanlage muss mindestens 24 Stallabteile pro gemeldete Rasse haben. Natürlich sind alle Tiere entsprechend den Richtlinien des ZDRK gekennzeichnet. Die zur Zucht eingesetzten Tiere, sowie jeder Wurf sind zum nächstmöglichen Termin zu melden.
Jedes Mitglied eines Rassekaninchenzuchtvereines kann auf Antrag in das Herdbuch aufgenommen werden. Vor der Aufnahme muss die für das Herdbuch zu meldende Rasse mindestens drei Jahre erfolgreich gezüchtet worden sein. Eine Aufnahme als Herdbuch-Anwärter erfolgt nach einer Besichtigung der Stallanlage und Erfassung der Zuchttiere.
Die Anerkennung als Herdbuchzüchter erfolgt frühestens nach zwei Jahren. Der Anwärter muss in dieser Zeit auf einer Herdbuch- bzw. Landes- oder Bundesschau in den zuständigen Schauklassen des Herdbuches erfolgreich ausgestellt haben. Die Anerkennung erfolgt durch Mehrheitsbeschluss der Kommission. Der Züchter ist dann berechtigt, seine Zucht als „Anerkannte Herdbuchzucht“ seiner Rasse zu bezeichnen.
Körungen werden grundsätzlich am Stall durchgeführt. Bei der meist im Oktober stattfindenden Körung stellt der Züchter die Elterntiere mit der Nachzucht vor. Die Bewertung erfolgt nach dem Standard des ZDRK. Bei der Vergabe der Körnoten werden die Vorfahren, die Aufzuchtleistung, das Preisrichterurteil und die Ausgeglichenheit berücksichtigt.
Der Herdbuchzüchter bekommt so ein Urteil von einem oder mehreren Richtern über alle Tiere in seinem Stall. Da die Bewertung am eigenen Stall vollzogen wird besteht wenig Stress für die Tiere. Es werden alle Tiere, die Herdbuchmäßig bearbeitet werden, den Richtern vorgestellt, nicht wie auf einer Ausstellung nur vier Ausstellungstiere, die dann noch von vier verschiedenen Preisrichtern beurteilt werden und ggf. in Zuchtgruppe drei ausgestellt werden. Durch die Beurteilung aller Tiere am Stall des Züchters kann der Leistungsstand optimal beurteilt werden.
Ich würde mich sehr freuen, wenn sich mehr Züchter für die Herdbuchzucht begeistern würden. Der Unterschied von einem Züchter zu einem Herdbuchzüchter ist doch gar nicht so groß. Wichtig erscheint mir, dass in der Rassekaninchenzucht wieder mehr Wert auf Leistung gelegt wird. Leistung und Schönheit muss unser Zuchtziel sein.
Siegfried Hubert
Quelle: Richtlinien für das Herdbuch für Normalhaar-, Haarstruktur-, Kurzhaarrassen und Fuchskaninchen sowie für Angora-Herdbuchzucht und Angora-Leistungszucht